Es wissen alle außer den Berlinern: Diese Stadt ist provinziell und kleinkariert. Auch wenn sich ihre Provinzialität vom dumpfen Ressentiment kleiner Leute, die samstags am Ku’damm Currywurst essen, in den letzten Jahrzehnten zu einer vorgeblich weltmännischen Überheblichkeit gewandelt hat. Gleich süddeutschen Dörfern, von denen jedes sich das schönste nennt, meint Berlin, es sei die Weltmetropole schlechthin. Was sollen die Berliner auch anderes meinen, sie kennen ja nicht viel mehr. Lokalpolitiker und Abendschau-Reporter nudeln es ihnen permanent ein. Die Piefigkeit der eigentlichen Berliner vermischt sich mit dem Stolz der zugezogenen Provinzler, der Provinz entkommen zu sein. Dass das Essen woanders besser ist, die Menschen sich gewählter artikulieren können oder keine Scheiße auf der Straße liegt – egal. Man ist in Berlin, das reicht schon, um sich aufzuschwingen. Wer da nicht mitmacht soll doch wegziehen. Früher sollte man nach drüben gehen. Berlin ist wichtiger, bedeutender und moderner. Weil es Berlin ist.