Kennen Sie den Gunnar Schupelius? Ich nicht. Nicht persönlich. Der Gunnar Schupelius, das ist so eine Art Reporter und der schreibt so eine Art Kolumne in dem Berliner Latrinenblatt „BZ“. „Mein Ärger“ heißt die Rubrik. In den Texten geht es um die Politiker, die immer alles falsch machen in unserem Berlin. Die Politiker sind in diesen Stücken entweder Grüne, die keine Ahnung haben, oder Konservative, die sich nicht durchsetzen können. Oder Linke. Bei denen schaudert es den Gunnar Schupelius. Die Themenwahl ist beim Gunnar Schupelius ganz willkürlich: armes Berlin, linke Staatsfeinde, arme deutsche Sprache, Blumenbeete am Tauentzien, arme Polizisten, Asylbewerber, arme Autofahrer, Wowereit. Und: arme Polizisten. Über Schupelius‘ Kolumne fluoresziert die Vorstellung eines Ideal-Berlins (West), das vielleicht so um 1965 existierte. Wo es noch eine Attraktion war, wenn der Zirkus in die Stadt kam und wo man im Sommer an den Wannsee fuhr. Wo der Italiener noch Gastarbeiter war oder eine Eisdiele hatte. Und wo wir nicht Angst haben mussten vor Russen, Chaoten und Grünen. Machte man eine Lesung seiner Texte, der Vortrag müsste gebellt werden.